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Mentales Singen verbessert Gehfähigkeit bei Parkinson

Parkinsonpatienten gehen oftmals unrhythmisch. Typisch sind kleinere Trippelschritte, oder auch ein kontinuierliches Schnellerwerden. Bekannt war bereits dass Musik für das Gangtraining bei Parkinson sehr hilfreich ist. Die Patienten gehen wieder gleichmäßiger, können größere Schritte setzen, auch fallen lange Strecken weniger schwer.

Eine neue Untersuchung konnte nun zeigen, dass nicht nur gehörte, sondern auch bereits vorgestellte Musik dies bewirken kann.

Wie eine Studie der Universität Tsu in Japan zeigt, verbessert sich das Gangbild von Parkinsonpatienten wenn sie sich beim Laufen ein Lied vorstellen.

Die asiatischen Wissenschaftler untersuchten hierfür leicht bis mittelschwer betroffene Patienten, welche eine Stunde Einzelmusiktherapie erhielten. In dieser einen Sitzung lernten die Patienten sich beim Gehen ein Lied vorzustellen.

Die Ergebnisse waren überraschend deutlich: Bereits nach einer Sitzung hatten die Patienten einen stabileren Gangrhythmus. Dieses Ergebnis erbrachte eine Vorher-Nachher-Videoanalyse des Gehens auf gerader Strecke und beim Wenden. In beiden Situationen wirkte sich das Mentale Singen positiv aus.

Diese Befunde stützen einerseits die Anwendung von Gangtraining mit Musik bei Parkinson. Andererseits weisen sie auf eine neue Möglichkeit hin, das Bewegungstraining für die Betroffenen alltagsnaher und flexibler zu gestalten.

Satoh, M et al. (2008): Training in Mental Singing while Walking Improves Gait Disturbance in Parkinson's Disease Patients. Eur Neurol 2008;60:237-243.
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