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Musik-Gangtraining verbessert das Timing bei Parkinson


Die Wirkungen des sogenannten "auditiven Cueing" bei Parkinson wurden bereits in  mehreren Übersichtsarbeiten und Behandlungsleitlinien erfasst. Damit ist eine akustische Stimulation des Gehens durch ein Metronom gemeint.

Zur Anwendung von Musik beim Gangtraining für Parkinsonpatienten gibt es jetzt eine aktuelle Studie vom Max Planck Institut für kognitive Neurowissenschaften in Leipzig. Dies ist erst die dritte Therapiestudie weltweit, die sich mit diesem Thema befasst.

Die Forschergruppe untersuchte 15 Parkinsonpatienten vor uns nach einem 3-wöchigen Musik-Gangtraining. Die Patienten übten mit spezieller Trainingsmusik des Patientenportals mit-musik-geht-reha-besser.de. Diese Musik wurde individuell an das Schritttempo gepasst.

Die Nachuntersuchung der Patienten ergaben nicht nur motorische Verbesserungen (schnelleres Gehen, größere Schritte), sondern erstmals auch Verbesserungen der kognitiven Fähigkeiten.

Die Patienten waren besser in der Lage ihre Bewegungen an einen Rhythmus anzupassen und auf Rhythmusänderungen zu reagieren, Zusätzlich verbesserte sich die allgemeine Zeitwahrnehmung.

Das Musik-gangtraining - auch RASgenannt -  hat für Parkinsonpatienten demnach nicht nur eine bewegungsfördernde Bedeutung. Die Patienten profitieren wohl auch in kognitiven Funktionen des Timings. Diese Effekte sollten als nächstes in vergleichenden Studien untersucht werden.
 

◦Benoit, C.E. et al. (2014). Musically cued gait-training improves both perceptual and motor timing in Parkinson's disease. Frontiers in Human Neuroscience. doi: 10.3389/fnhum.2014.00494

vom 06.August 2014